Kompetenzorientierter Unterricht

Kompetenzorientierter Unterricht für Musikschulen

Nicht erst seit der Einführung des Lehrplan 21 steht der kompetenzorientierte Unterricht im Fokus der Aufmerksamkeit von Eltern, Lehrpersonen, Bildungspolitikern und nicht zuletzt auch für die davon direkt betroffenen Schülerinnen und Schülern. Wir, d.h. die Akademie für musikpädagogische Innovation bietet hierzu eine berufsbegleitende qualifizierende Ausbildung sowie interessante Seminare an.

Kompetenzorientiert unterrichten bedeutet für die Lehrperson ein grundlegendes Umdenken in Bezug auf die Unterrichtsgestaltung, das Verständnis der eigenen Lehrerrolle und der Kommunikation.

Hierfür bieten die pädagogischen Grundsätze des MDU® vielfältige ganz praktische Hilfestellungen an, um die eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten als Lehrperson zu optimieren.

Denn der Lernfortschritt eines Schülers sowie die Erreichung der im Lehrplan vorgegebenen Lernziele hängt weniger von einer Aufgabenstellung der Lehrperson, sondern vielmehr von ihrem schülerorientieren Lerncoaching ab, bei dem der Schüler als Subjekt (als „Was möchtest DU lernen?“) und nicht als Objekt einer Lernsituation gesehen wird.

Was zeichnet also solch einen kompetenzorientierten Unterricht konkret aus? Ein Beispiel: In MDU® steht das selbstständige Anwenden und Einschätzen der einzelnen musikalischen Parameter im Vordergrund. Diese Parameter sollten für den Schüler vor allem messbar sein, z.B. „Wie viele Stolperer sollen diese 16 Takte noch beinhalten, bevor Du es mir nach Deinem exemplarischen Üben wieder vorspielst?“ (Parameter „Flüssiges Spiel“).

Unter der Kompetenz des Schülers versteht man also u.a. die Fähigkeit, sich selbst und das eigene Spiel einschätzen zu können. So ist es von zentraler Wichtigkeit, nach jedem Musizieren den Schüler erst einmal konkret beschreiben zu lassen, wie er selbst sein Spiel wahrgenommen hat. „Kein Problem“ – mag man spontan denken … wer aber den schulterzuckenden, fragenden Ausdruck vieler Schülerinnen und Schüler erlebt hat, wenn es nach dem Vorspiel heisst: „Und … hast Du es nun geschafft, maximal einmal in diesem Lied zu stolpern?» - der wundert sich nicht mehr über übe-faule Schüler, die ihr «Soll» erfüllt haben, wenn sie daheim ihre 30 Minuten «ab-geübt» haben, aber eigentlich gar nicht wahrgenommen haben, ob sie inhaltlich ihr Lernziel erreicht haben. Solch ein Üben führt sicher nicht zu einer selbstreflektierenden Qualifikation des eigenen musikalischen Könnens.

So ist MDU® also konsequent kompetenzfördernd aufgebaut, indem es den Schüler durch selbstbestimmtes Lernen dazu führt, das eigene Spiel noch besser wahrnehmen und somit selbstständig verbessern zu können. Es ist findet also weniger ein eher fremdbestimmtes Unterrichten statt, sondern eher ein Begleiten und Fördern des Schülers auf seinem individuellen Lernweg.

So gesehen geht es in solch einem kompetenzorientierten Unterricht nicht nur um die Kompetenzen des Schülers, sondern ebenso um die Unterrichts-Kompetenz der Lehrperson, die den Sinn des Unterrichtens vor allem darin sieht, den Schüler darin zu fördern, sich selbst weiterzuentwickeln und auf diesem Weg die Lehrperson als Informationsquelle anzusehen, die ihn als Lerncoach auf seinem Weg bei Problemen hilft und die eigene Weiterentwicklung lernwirksam fördert.

Eine erfolgreiche Anwendung des in MDU® erlernbaren pädagogischen Knowhows ist erfahrungsgemäss nicht durch den Besuch eines Seminars – und des dadurch stattfindenden (lediglich kognitiven) Verstehens – gewährleistet, sondern bedarf einer unmittelbar im konkreten Unterricht reflektierten Begleitung eines erfahrenen Coaches. Dieser Coach hat die Kompetenz, nicht nur zu begleiten und zu reflektieren, sondern fördert das Lernen der Lehrperson durch eigene beispielhafte Umsetzung im Unterricht (wir nennen das «Demo-Modus»).

Das Ineinander-Greifen von (MDU®-)Seminar, aktiver Unterrichtsbesuche sowie regelmässig im Gespräch reflektierter Methodik und Didaktik ermöglicht eine nachhaltige und dauerhafte Verhaltensänderung der Lehrperson, die letztlich einen immer selbstständiger und selbstbestimmter agierenden Schüler auf dessen persönlichen Weg mit und in der Musik ermöglicht.